Einsatz neuer Medien im Unterrichtsalltag

#zeitgemäßeBildung - Was bedeutet das?
Aktuell ist in der öffentlichen Bildungsdebatte kaum ein Thema so gegenwärtig, wie die Digitalisierung in Deutschlands Schulen. Dabei wird häufig der Blick auf die Einbindung digitaler Medien in Schule und Unterricht gerichtet. Digitalisierung bedeutet, vor allem auch gesellschaftlich, deutlich mehr als eine bloße Nutzung digitaler Medien und Tools. Dejan Mihajlovic, ein Realschullehrer aus Freiburg, prägte daher den Begriff der zeitgemäßen Bildung, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich Unterricht auf mehr Ebenen verändern muss, als nur in der Wahl der (digitalen) Werkzeuge (siehe https://mihajlovicfreiburg.com).
4k-Modell.pngAls Maßstab für die zukünftige Bildung gilt der Grundsatz, dass die heutigen Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abschluss Berufe erlernen werden, die gegenwärtig noch nicht existent sind, während traditionelle Berufe sich verändern oder ersetzt werden. Um in der Informationsgesellschaft teilhaben zu können, benötigen SuS demnach andere Kompetenzen, als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Das 4K-Modell verweist auf vier zentrale Fähigkeiten, die SuS des 21. Jahrhunderts erlernen müssen: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Grundlegend für die Bedeutung dieser Kompetenzen sind die Annahmen, dass immer mehr Arbeiten von Maschinen übernommen werden, Arbeit mehr komplexes Denken und selbstverantwortliche Entscheidungen benötigt sowie eine Komplexität gesellschaftlicher Probleme, die nur durch kollektive Intelligenz zu lösen sind.
Zusätzlich zu den vier Kompetenzen gehören zum Lernen im 21. Jahrhundert jedoch auch drei weitere Dimensionen: Wissen, Charakterbildung und Meta-Lernen. Die Dimension Wissen besteht aus den traditionellen Schulfächern und dem sogenannten modernen Wissen, das als fächerübergreifendes Wissen unter Einbeziehung von Themen der sich transformierenden Gesellschaft verstanden werden kann. Die Charakterbildung sieht vor allem sechs Charaktereigenschaften (Achtsamkeit, Neugier, Mut, Resilienz, Ethik und Menschenführung) als besonders bedeutsam, für ein gelingendes Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert. Die Dimension des Meta-Lernens beschreibt vor allem die Reflexionsfähigkeit, die es ermöglicht sich selbst und das eigene Lernen und Arbeiten zu reflektieren und daraus wiederum zu lernen. (siehe Vier Dimensionen der Bildung)
Aus diesen Erkenntnissen lässt sich demnach schlussfolgern, dass eine Veränderung der Ausstattung deutscher Schulen allein nicht reicht, um dem Lernen im 21. Jahrhundert gerecht zu werden. Auch der Unterricht muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen und die digitalen Medien entsprechend nutzen, um die vier Dimensionen des Lernens zu bedienen. Da dies jedoch bisher wenig erprobt und in den gegebenen Strukturen wenig berücksichtigt ist, gestaltet sich hierin eine große Herausforderung in der Bildung.

Wie lässt sich zeitgemäße Bildung umsetzen?
Dass die Einbindung von digitalen Medien nicht nur dadurch stattfinden sollte, dass man hier mal ein Erklärvideo schaut und dort mal ein multimediales Quiz durchführt, sollte durch die Anforderungen an die zeitgemäße Bildung deutlich geworden sein. Elementar ist, dass die Schülerinnen und Schüler nicht bloß Rezipienten digitaler Medien bleiben, denn das sind sie in ihrem Alltag schon regelmäßig, sondern auch zu Produzenten werden, die digitale Tools nutzen, um Neues zu schaffen und/oder Dinge mithilfe digitaler Werkzeuge zu verändern. Daher muss der Unterricht so gestaltet werden, dass digitale Medien ein integraler Bestandteil werden und sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schulzeit nicht mehr nur noch damit befassen, wie etwas zu benutzen ist, sondern dass sie es tatsächlich auf ihre Weise kreativ und zielgerichtet einsetzen. Das kann nur dann geschehen, wenn digitale Medien nicht mehr nur auf die bestehenden Lerninhalte aufgesetzt werden. Vielmehr müssen sie damit interagieren und sie somit ergänzen. Schülerinnen und Schüler können beispielsweise selbst Erklärvideos erstellen, um Unterrichtsinhalte didaktisch eigenständig aufzubereiten und verständlich darzustellen oder sie erstellen Audioaufnahmen zu dem Thema Reportage. Die Einsatzmöglichkeiten unterscheiden sich von Fach zu Fach, sodass jede Fachschaft für sich Wege finden kann, wie digitale Medien ergänzend eingesetzt werden können, um auch neue Zugänge zu den Lerninhalten zu finden.
Wichtig ist stets darauf zu achten, dass es sich bei dem Einsatz von digitalen Medien um keine "Toolifizierung" handelt und man sie nur nutzt, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren. Wichtiger ist es, dass sie so genutzt werden, dass die SuS ihre Kompetenzen, die sie im 21. Jahrhundert benötigen werden, dadurch vertiefen. Dazu gehört auch eine kritische Betrachtung und Reflexion im Einsatz von digitalen Medien durch die SuS sowie die Lehrkraft.

Office 365 als Basis im Unterrichtsalltag
Eine integrative Einbindung von digitalen Medien in den Unterrichtsalltag lässt sich meines Erachtens vor allem mit Microsoft Office 365 Education erreichen, da vor allem durch OneNote und Teams Tools kostenfrei bereitstehen, die alle Möglichkeiten zur Verfügung stellen, um zeitgemäße Bildung umzusetzen. Office 365 wird mit den für den Bildungsbereich spezifischen Anwendungen auf den Unterseiten zu Office 365 Edu  erläutert.